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Hauskrankenhilfe Velden


Die Hauskrankenhilfe Velden gemeinnützige GmbH ist ein mobiler Pflege- und Betreuungsdienst und beschäftigt mittlerweile 45 MitarbeiterInnen. Seit nunmehr 35 Jahren werden von der Hauskrankenhilfe Velden pflege- und betreuungsbedürftige Personen in Velden und allen angrenzenden Gemeindegebieten in den eigenen vier Wänden unterstützt. Diese Unterstützung nehmen monatlich rund 200 Personen in Anspruch und im Laufe eines Jahres werden dadurch ca. 30.000 Pflege- und Betreuungsstunden aufgewendet.

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Wann wurde mit BGF begonnen und was waren die Gründe dafür?

Die Kick-off Veranstaltung fand am 30.04.2019 in den Räumlichkeiten der Hauskrankenhilfe Velden statt. Im Zuge dessen wurde von einer Mitarbeiterin der BGF Regionalstelle Kärnten eine MitarbeiterInnen-Erstbefragung durchgeführt, um zu eruieren, welche alltäglichen Arbeitssituationen Belastungen hervorrufen und welche Schritte eine Verbesserung mit sich bringen würden.
Die Motive für die Umsetzung eines BGF-Projektes waren zum einen, dass unser betriebliches Gesundheitsmanagement weiter aufgebaut wird, um weiterhin für unsere bestehenden, aber auch zukünftigen MitarbeiterInnen attraktiv und modern zu sein. Zum andern, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu steigern, um somit das allgemeine Betriebsklima zu optimieren.


Wer wurde in die Projektstrukturen eingebunden?

In den BGF-Workshops wurden die Ergebnisse der MitarbeiterInnen-Erstbefragung besprochen und anschließend mit acht MitarbeiterInnen aller Berufsgruppen sogenannte Maßnahmenempfehlungen erarbeitet. Folgende Berufsgruppen wurden in den Workshop miteinbezogen: Heimhilfen, PflegeassistentInnen, Diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen und das Verwaltungspersonal.


Welche Instrumente wurden im Zuge der Ist-Analyse sowie in der abschließenden Evaluation eingesetzt?

Zur Erhebung der Ist-Analyse wurde ein Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse inklusive gesundheitsspezifischer Fragen mittels BGFvote durchgeführt. Eine Altersstrukturanalyse wurde bereits im Vorfeld durchgeführt.


Wie wurde die Belegschaft eingebunden? Wie wurde sie über die BGF-Aktivitäten informiert?

Um größtmögliche Transparenz gegenüber den MitarbeiterInnen zu erreichen und Akzeptanz zu fördern, erfolgte die Informationsweitergabe über das Projektgeschehen im Zuge der monatlich stattfindenden Dienstbesprechungen. Diese werden protokolliert und zum Nachlesen ausgesendet. Dafür wurden, für alle 45 MitarbeiterInnen, firmeninterne E-Mail-Accounts eingerichtet. Der Informationsfluss konnte dadurch ebenfalls verbessert werden. Personen ohne Internetzugang bekamen die Protokolle und Informationsschreiben in ausgedruckter Form ausgehändigt.


Welche Maßnahmen wurden umgesetzt?

Im Laufe des Projektes konnten mehrere Maßnahmen (im Bereich der Verhältnis- und Verhaltensebene) ausgearbeitet werden. Beispiele hierfür sind unter anderem folgende:

  • Erarbeitung eines Einarbeitungsplanes inkl. Checkliste für neue MitarbeiterInnen in der mobilen Pflege. Dadurch wird nicht nur möglichen neuen MitarbeiterInnen der Einstieg in unseren Betrieb erleichtert, auch bestehende MitarbeiterInnen orientieren sich an dieser Checkliste und können im Zuge der Einschulung zeitnahe erheben, welchen aktuellen Informations- bzw. Wissensstand der/die neue MitarbeiterIn hat. Ebenfalls bekommen neue MitarbeiterInnen eine Startbegleitung (Beispiel: PflegeassistentInnen bekommen eine/n erfahrene/n PflegeassistentIn aus dem Team) zur Verfügung gestellt, der/die zusätzlich zur Geschäftsführung und Pflegedienstleitung Teile der Einführung übernimmt.
  • Regelung in- und externer Fort- und Weiterbildungen (u.a. Erarbeitung eines Fort- und Weiterbildungsantrages für MitarbeiterInnen, Regelung über die finanzielle und zeitliche Abgeltung etc.)


Welche Erfolge konnten erzielt werden?

Durch die intensive, partizipative Projektgestaltung wurden alle Maßnahmen vom gesamten Team positiv aufgenommen und bereits nach kurzer Zeit fest im Unternehmensalltag verankert.


Wie soll gewährleistet werden, dass BGF eine nachhaltige und stetige Entwicklung ist?

Es geht nichts von heute auf morgen, aber durch die Integration in die vorhandene betriebliche Routine soll sichergestellt werden, dass BGF dauerhaft verankert ist und langfristig Bestand hat.


Welche Stolpersteine gab es zu meistern?

Unsere Erfahrung mit dem BGF-Projekt hat uns gezeigt, dass es immens wichtig ist, dass ausreichend Zeitressourcen sowohl für die Vorbereitung als auch für die Umsetzung des Projektes vorgesehen sind. Wie bereits erwähnt - „Es geht nichts von heute auf morgen“.


Was möchten Sie interessierten Unternehmen mit auf den Weg geben?

Achten Sie von Beginn an auf eine gute Informations- und Kommunikationskultur. Informieren Sie Ihre MitarbeiterInnen über aktuelle Entwicklungen und fördern Sie Partizipation.


Wie haben Sie die Corona Krise gemeistert?

Jede Krise kann nur gemeinsam überstanden werden. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Teamspirit zu erhalten und eine positive Gruppendynamik zu fördern. Das Teilen von persönlichen Glücksmomenten stärkt das Wir-Gefühl und trägt wesentlich dazu bei, die Wirkung von vorhandenen Stressoren in dieser Zeit besser zu bewältigen.

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