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BGF in Alten- und Pflegeheimen – Herausforderungen/Ergebnisse/Verbesserungen

Wie in vielen anderen Betrieben, stellt sich auch für immer mehr Träger und Verantwortliche in Alten- und Pflegeheimen die Frage, „Sollen wir ein BGF-Projekt starten und ist auch jetzt gerade der richtige Zeitpunkt dafür?“

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In den letzten Jahren ist die Personalsituation in den Alten- und Pflegeheimen immer schwieriger geworden. Die Verursacher für diese prekäre Situation sind vielfältig:
Immer höhere Pflegebedürftigkeit der Bewohner/innen bei gleichbleibender Berechnung des Pflegeschlüssels, lange Dienste, hohe Erwartungen der Angehörigen, hohe psychische Belastung der Pflegemitarbeiter/innen durch zunehmend schwere Diagnosen der Bewohner (Demenz, Wachkoma, Tracheostoma- und Palliativbewohner/innen), überforderte Führungskräfte, die keine Zeit zum „Führen“ haben, vermehrter Verwaltungsaufwand und vor allem kein Personalersatz, da der Personalmarkt im Pflegebereich sehr überschaubar ist. 

Viele Gründe, die unter anderem zu einem sehr hohen Präsentismus in der Pflege führen.  Als Grund für den hohen Präsentismus wird von den Mitarbeiter/innen auch immer wieder angegeben, dass man die Kolleginnen/Kollegen mit der vielen Arbeit nicht im Stich lassen kann. Ist es den Pflegern- und Pflegerinnen in dieser Situation zumutbar, auch noch wertvolle Zeit in einem BGF-Projekt zu verbringen („vergeuden“)? Ich denke, ja. Denn die Helfer brauchen dringend Hilfe. Bei den BGF-Projekten, und dort vor allem in den Gesundheitszirkeln, bietet sich diesen einerseits die Möglichkeit, auf ihren körperlich und vor allem auf ihren psychisch extrem belastenden Arbeitsalltag aufmerksam zu machen, untereinander Erfahrungen auszutauschen und vor allem, und das ist besonders wichtig, eigene Verbesserungsvorschläge und Maßnahmen zu entwickeln, und gemeinsam mit den Führungskräften umzusetzen.

Die entwickelten Maßnahmen befassen sich daher weitestgehend damit, dass Arbeitsschritte und -abläufe neu überdacht und dem vorhandenen Personal angepasst werden, die vorgegebenen Strukturen im Bereich Information und Kommunikation anzupassen, und in der Schaffung von klaren Verhaltensschritten, wenn wieder mal zwei Mitarbeiter/innen gleichzeitig krank werden. Nicht vergessen werden dürfen die Führungskräfte in den Alten- und Pflegeheimen. Diese brauchen vor allem Unterstützung durch einen klar definierten Führungsstil und Führungsgrundsätzen, die auch der eigenen Orientierung dienen und damit die Führung ihrer Mitarbeiter/innen erleichtern. Zur persönlichen „Entstressung“ werden vor allem verstärkt Führungsseminare (Gesundes Führen, Umgang mit Stress, Kommunikations- und Konfliktlösungsseminare) gewünscht. Ebenso wichtig ist den Führungskräften auch die persönliche Betreuung z.B. in Form von Führunskräfte-Coachings. Als nachhaltigste Maßnahme hat sich die Aufnahme des Themas Gesundheit in das jährliche Mitarbeitergespräch erwiesen. 

Zusammenfassend kann man sagen: Es ist vor allem jetzt absolut der richtige Zeitpunkt, ein BGF-Projekt in Alten- und Pflegeheimen zu starten.

Günther Kralik, MBA
BGF-Berater im Auftrag der OÖ Gebietskrankenkasse

Die OÖ Gebietskrankenkasse hat bereits mit 16 Alten- und Pflegeheimen im gesamten Bundesland erfolgreiche BGF-Projekte umgesetzt, derzeit befinden sich drei in Planung.


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Bezirksseniorenheim Pregarten - BGF-Steuerungsteam