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Rückblick: 24. Informationstag des Österreichischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung


Geht es den Mitarbeitern gut, so geht es auch dem Unternehmen gut. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen in einem Teil der heimischen Betriebe durchgesetzt und die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist vielfach im Arbeitsalltag angekommen.

Doch wie gelingt der entscheidende Schritt von punktueller Betrieblicher Gesundheitsförderung zu einem breit angelegten Betrieblichen Gesundheitsmanagement? – Mit dieser Frage setzten sich die Teilnehmer des 24. BGF-Informationstags am 26. September 2019 auf dem Wienerberg unter dem Motto „BGF 2.0. – Nächster Halt: BGM“ auseinander.


IMG_7878.jpg Veranstaltet wurde der diesjährige BGF-Infotag von der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB). VAEB-Obmann Gottfried Winkler betonte in seiner Eröffnungsrede den langen Atem, den man für nachhaltige Betriebliche Gesundheitsförderung braucht: „Es geht nichts von heute auf morgen“. VAEB-Generaldirektor Univ.Prof. Prof. HR DI Kurt Völkl rief – den genialen Astrophysiker Stephen Hawking zitierend, zu ständigem Weiterentwickeln und lebenslangem Erhalt der Neugier auf: „Nichts ist perfekt, seid neugierig! Nur Neugier führt zu Wissen“. Ein Zitat, das gleichermaßen auf die Achtsamkeit der Unternehmensführer für ihre Mitarbeiter als auch auf das eigenständige Bewusstsein der Mitarbeiter für ihre Gesundheit gemünzt werden konnte.


AK-Präsidentin Renate Anderl freute sich über das, was in den letzten Jahren im Bereich BGF schon an Positivem geschehen ist, konstatierte aber auch, dass noch viel zu tun sei: „Ziel muss es sein, alle Arbeitnehmer in Österreich im Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung mitzunehmen“. Mag. Sigrid Röhrich vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz skizzierte die „Nationale Strategie Österreich Gesundheit im Betrieb“, die darauf abzielt, Angebote und Prozesse in Betrieben besser abzustimmen. 



IMG_7863_(1).jpg Wissenschaftler am Wort - Dann waren zwei Keynote Speaker an der Reihe : Prof. Dr. Georg Bauer von der Universität Zürich zeichnete in seinem Vortrag den Weg und das Ziel von Betrieblichem Gesundheitsmanagement nach. BGM sei „mehr als Einzelmaßnahmen, man muss in die Breite gehen. Systematik und Dauerhaftigkeit müssen gegeben sein“.  BGF- und BGM-Ziele müssten konkret formuliert und die zentralen Akteure für die Verankerung der Maßnahmen im Betrieb müssten bekannt sein. „Es ist auch wichtig, sich keine zu ambitionierten Ziele zu setzen. Die Unternehmensführung muss sich fragen: Was bin ich bereit zu investieren? Die Ressourcen sollten stärker als die Belastungen sein, dann steige die Arbeitsleistung, dann erhöhe sich das Arbeitsengagement und es sinke die Absenzdauer“.


Dr._Doppler.png Launig war das zweite Impulsreferat des Psychologen und Organisations- und Managementberaters Dr . Klaus Doppler. Er erzählte mit Witz von seinen langjährigen Erfahrungen im Bereich des Change Managements . Fast immer sei es sehr mühsam und schwer , Veränderungen in einem Betrieb zu implementieren, weil „Menschen keine Veränderungen lieben“.  Aber: „An Veränderung kommt heutzutage keiner vorbei, denn wir leben in einer Welt, die volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig ist. 


linkVortrag Prof. Bauer (2.3 MB) 

linkErgänzung zum Vortrag Dr. Doppler (Frauen Revierverhalten) (676.5 KB)

linkErgänzung zum Vortrag Dr. Doppler (Ohne Macht kann frau nichts machen) (527.7 KB)

 


BGM in der Praxis – Am Nachmittag informierten schließlich die Vertreter von drei österreichischen Unternehmen unterschiedlicher Größe über ihre Erfahrungen mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement: Vertreter der Österreichischen Bundesbahnen (42.000 Mitarbeiter), der Kastner & Öhler AG in Graz (1.707 Mitarbeiter) und der Apotheke St. Martin im oberösterreichischen Traun (14 Mitarbeiter).  Sie sprachen über die unterschiedlichen Ansätze, die BGM je nach der Größe des Unternehmens benötigt und dass es eines langen Atems und klarer Strategien bedürfe, um bei den Mitarbeitern langfristig das Bewusstsein für Gesundheit zu verankern. In einem waren sich alle einig: Wer gerne arbeiten geht und fit ist, kann auch mehr Leistung erbringen und so den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sichern.


linkKastner & Öhler (1.1 MB)


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Rückfragehinweis:

Mag. Susanne Lintl-Sturz

Versicherungsanstalt für

Eisenbahnen und Bergbau

Büro Direktor Bogendorfer

Öffentlichkeitsarbeit

Gesundheit und Innovationen

Linke Wienzeile 48-52, 1060 Wien

Tel. 050 2350-36105

E-Mail: susanne.lintl-sturz@vaeb.at

 

Anmerkung: Um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu ermöglichen, wurde in diesem Text auf Gendern verzichtet.  

Die Veranstaltung wird gefördert aus den Mitteln des Fonds Gesundes Österreich, des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger und des Österreichischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung.