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Hammerer Aluminium Industries


Kurzportrait der Firma HAI 

Die Hammerer Aluminium Industries (HAI) ist ein Unternehmen welches, wie der Name schon erahnen lässt, in der Aluminiumbranche tätig ist und sich als Zulieferer für diverse Branchen (Automobil, Railway, Bau, Elektrotechnik, uvm.) einen Namen gemacht hat. 

In den drei Produktionsbereichen Casting (Gießerei), Extrusion (Strangpressen) und Processing (mechanische Weiterbearbeitung von Profilen: Sägen, Bohren, Fräsen, Schneiden, Stanzen, Biegen, Schweißen) arbeiten mehr als 590 Mitarbeiter/innen am Standort Ranshofen, 115 Beschäftige in Rumänien und 33 Mitarbeiter/innen an zwei Standorten in Deutschland.  

Die HAI CASTING verarbeitet größtenteils Schrotte und leistet dadurch einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Ressourcen. Im Bereich der HAI EXTRUSION werden hochwertige Profile, die besondere Anforderungen an Oberflächengüte und Profilgeometrie erfüllen, gefertigt.

Durch die Möglichkeiten der mechanischen Weiterbearbeitung im eigenen Haus können in der HAI PROCESSING ganze Bauteile und Komponenten gefertigt werden.

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Wann wurde mit BGF begonnen und was waren die Gründe dafür?

Nachdem sich die Geschäftsführung der HAI entschieden hatte ein BGF-Projekt im Unternehmen durchzuführen, wurde dieses am 01.03.2012 (Laufzeit 2 Jahre mit einer Verlängerung bis zum 31.12.2014) gestartet. Begleitet wurde das Projekt durch Frau Susanne Harfmann-Wall im Auftrag der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK). Der Grund für den Start eines BGF-Projektes war das Interesse an der ganzheitlichen Gesundheitsförderung im Unternehmen – weg von Einzelaktivitäten.


Wer wurde in die Projektstrukturen bzw. in die Steuerungsgruppe eingebunden?

Die Steuerungsgruppe setzte sich aus der Geschäftsführung samt Assistentin, allen Bereichsleiter/innen, dem Arbeiter- und Angestelltenbetriebsrat, dem Arbeitsmediziner, der Sicherheitsfachkraft, der Personalleitung sowie Fr. Harfmann-Wall als externe BGF-Beraterin der OÖGKK zusammen.

 

Welche Instrumente wurden im Zuge der Ist-Analyse sowie in der abschließenden Evaluation eingesetzt?

Zu Beginn als auch am Ende des Projektes wurde eine Mitarbeiterbefragung (BGF-Kompass) durchgeführt. Zusätzlich wurden Krankenstandauswertungen sowie die Messberichte der AUVA eingesetzt.

 

Wie wurde die Belegschaft eingebunden? Wie wurde sie über die BGF-Aktivitäten informiert?

Der Information an die Mitarbeiter/innen wurde während des gesamten Projektverlaufes eine besondere Bedeutung gegeben (Gesundheitsbericht, Projektbericht, Mitarbeiterzeitung, Infoboards, Intranet, etc.). Zusätzlich wurden Gesundheitszirkel veranstaltet, an denen die Mitarbeiter/innen teilnehmen konnten. Geleitet wurden diese von HAI-internen ausgebildeten Gesundheitszirkelmoderator/innen.

  

Welche Maßnahmen wurden umgesetzt?

Von den insgesamt 95 von den Mitarbeiter/innen entwickelten/vorgeschlagenen Maßnahmen konnten nur drei nicht realisiert werden.
Die räumlichen Verhältnisse wurden durch Aufstockung des Bürogebäudes wesentlich verbessert. Auch die Werkstätten der Instandhaltung wurden erweitert und renoviert und im Zuge von KVP von den Mitarbeiter/innen umgestaltet.
Bei den Umgebungsbedingungen wurden Verbesserungen durch die Umrüstung auf lärmarme Luftdüsen an 30 Arbeitsplätzen, sowie durch die Umsetzung der Empfehlungen aus einer lärmtechnischen Beratung der AUVA erzielt. Im Zuge dieses Akustik-Projekts wurden 1500m² hoch absorbierende Schallabsorber in einer Produktionshalle verklebt. Die seit längerem geplanten Absaugungen für diverse Schweißplätze und Ölnebelabsaugungen an mehreren Bearbeitungszentren wurden im Projektzeitraum ebenfalls realisiert.
Zur Verbesserung der Information wurde eine Mitarbeiterzeitung ins Leben gerufen und regelmäßige Betriebsversammlungen abgehalten, wo Mitarbeiter/innen auch die Möglichkeit haben, direkt mit der Geschäftsführung zu kommunizieren – sprich Fragen zu stellen.
Fast die Hälfte der Maßnahmen bezieht sich auf Zeit-/Leistungsdruck, die viele organisatorische Maßnahmen zur Folge hatten.
Last but not least wurden auch diverse Aktionen als Motivation zur Eigenvorsorge angeboten.


Welche Erfolge konnten erzielt werden?

Wir freuen uns deutliche Erfolge verzeichnen zu können, wie zum Beispiel die Steigerung der HAI-Gesundheitsquote von 5,79% auf 37,59%. Auch bei den Top Belastungsfaktoren wurde eine deutliche Reduktion erreicht, teilweise auch untermauert durch Messergebnisse (Lärm, Staub). Zudem ergab die Auswertung der Fragebögen eine Verbesserung bei den Themen Information/ Kommunikation/ Schulung/ Mitsprachemöglichkeiten.

Wie soll gewährleistet werden, dass BGF eine nachhaltige und stetige Entwicklung ist?

Um die Nachhaltigkeit des Projektes und der Erfolge zu sichern, wurde die Betriebliche Gesundheitsförderung nahtlos vom Projekt in das Sicherheitsmanagement integriert (Sicherheits- und Gesundheitsmanagement) und findet sich auch in unserem Unternehmensleitbild wieder.

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Welche Stolpersteine gab es zu meistern?

Klarerweise gab es auch die eine oder andere Hürde zu überwinden. Die knappen Personal- und Zeitressourcen im Projektteam, die sich durch Austritte bzw. Organisationsänderung noch verschärft haben, haben zu einem längeren Projektzeitraum geführt und sich auch auf die durchgängige Projekt-Information und Kommunikation negativ ausgewirkt.


Was möchten Sie interessierten Unternehmen mit auf den Weg geben?

Für uns steht außer Frage, dass jedes Unternehmen gesunde, motivierte Mitarbeiter/innen braucht, um am Markt bestehen zu können. So ist es unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter/innen gesund und motiviert bleiben bzw. Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Arbeit nicht krank macht. Ein BGF-Projekt ist ein guter Einstieg, um sich mit den Belastungsfaktoren im Unternehmen auseinanderzusetzen.
Wer glaubt, mit einem Koch-Kurs und gemeinsamen sportlichen Aktivitäten einen Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeiter/innen zu leisten, der irrt. An solchen Aktivitäten nehmen nur die Mitarbeiter/innen teil, die sich ohnehin mit gesunder Ernährung beschäftigen und regelmäßig Sport betreiben.

BGF ist eine moderne Unternehmensstrategie und zielt darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, Gesundheitspotentiale zu stärken und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern. (Auszug aus der Luxemburger Deklaration zur BGF in der EU, 1997).