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Bundesarbeitskammer



In der Freizeit sind Fitness und Wellness voll im Trend. Fitnesstempel sind überlaufen, Thermalbadelandschaften überfüllt, Wellnesshotels so gut wie ausgebucht und Gesundheitsbücher führen die Sachbuchbestsellerlisten an. Gesundheitsbewusster Leben ist modern und für viele Menschen untrennbar mit ihren Vorstellungen von Lebensqualität verbunden.

Das gestiegene Gesundheitsbewusstsein macht aber vor den Betriebstoren nicht halt. Die Arbeitsbedingungen werden hinterfragt und arbeitsbedingte Beschwerden und Erkrankungen werden nicht einfach so hingenommen. Hier setzen die Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung an. Sie zielen auf die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ab.

Das ist dringend nötig. Noch viel zu oft wird Betriebliche Gesundheitsförderung leider so verstanden, dass Symptome und nicht Ursachen bekämpft werden. Es genügt nicht die Rückenleiden der Bildschirmangestellten mit Rückengymnastik zu mildern, wenn die falsche Gestaltung des Arbeitsplatzes zu diesen Leiden führt.

Für die Arbeiterkammern setzen Betriebliche Gesundheitsförderungs-maßnahmen bei den Ursachen an.
Fachleute nennen das „Verhältnisprävention“. Selbstverständlich muss das um die Heilung der Symptome ergänzt werden, die sogenannte „Verhaltensprävention“.

Die beste Grundlage für Betriebliche Gesundheitsförderung bietet die Ermittlung und Bewertung der Gefahren und Belastungen am Arbeitsplatz. Fachkundige Hilfe bieten Arbeitsmediziner/innen, Arbeitspsycholog/innen, Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen, wie sie das Arbeitnehmer/innenschutzgesetz vorsieht.

Wenn Gesundheitsförderung in Betrieben als Feigenblatt für Versäumnisse im Arbeitnehmer/innenschutz herhalten muss, wird das von den Beschäftigten bald erkannt. Betriebe, welche die Leistung ihrer Beschäftigten respektieren, engagieren sich auch in der Prävention, in Absprache mit den Beschäftigten und den Betriebsräten. Und das zahlt sich auch für die Betriebe aus. Mit einem Plus an Arbeits- und Lebensqualität der Beschäftigten und einem Plus an Arbeitszufriedenheit und Arbeitsproduktivität.

Rudi Kaske
Präsident der Bundesarbeitskammer


Hildegard Weinke, BA

Hildegard Weinke, BA

„Gute betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention ist wertschätzend, produktivitätsfördernd und beteiligt alle Beschäftigten. Arbeitsbedingungen werden spürbar verbessert, wenn Maßnahmen an Ursachen, also an Verhältnissen, ansetzen. BGF funktioniert jedoch nicht, wenn sie als Feigenblatt für Versäumnisse im ArbeitnehmerInnenschutz herhalten muss.“