DRUCKEN

Arbeiten macht krank oder auch nicht!


Presseinformation – Arbeiten macht krank oder auch nicht!
 
(Linz, 5. Dezember 2016). Das Österreichische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) befragt regelmäßig Betriebe, die sich bereits mit Gesundheitsförderung auseinandersetzen, zu diversen gesundheitsrelevanten Themen. Diesmal im Fokus standen die Arbeitsfähigkeit und Einflüsse, die sie hemmen oder steigern. Insgesamt rund 7.000 Arbeitnehmer aus verschiedensten Branchen konnten befragt werden.

Die stärksten Krankmacher im Betrieb:
Körperliche Belastungen gefolgt von mangelnder Gerechtigkeit.
„Die Ergebnisse der Befragung sind spannend und liefern Unternehmen hilfreiche Hinweise für eine erfolgreiche Unternehmensführung“, bringt es Christoph Heigl, Experte vom Netzwerk BGF, auf den Punkt. „Es geht nicht nur um physische Belastungen, auch psychische Belastungen spielen eine ganz wesentliche Rolle!“
Der stärkste Krankmacher im Betrieb ist die körperliche Belastung. Diese beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit besonders stark. 16,6 Prozent der Befragten*) meinen, dass sie in einem Zeitraum von vier Wochen zumindest mehrmals körperlichen Belastungen ausgesetzt sind.
Ebenfalls von großer Relevanz für die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter ist der Faktor Gerechtigkeit. Ein Aspekt, der in Unternehmen oft nicht als so maßgeblich oder bedeutend eingeschätzt wird. Aber rund jeder Vierte (22,5 % der Befragten) sieht sich mit mangelnder Gerechtigkeit konfrontiert bzw. nimmt diese häufig wahr. „Das Empfinden oder die Wahrnehmung mangelnder Gerechtigkeit demotiviert, schwächt die psychische Widerstandsfähigkeit und führt in weiterer Folge zu geringerer Arbeitsfähigkeit“, interpretiert Heigl.

Weitere, die Arbeitsfähigkeit stark belastende Faktoren, sind sozialer Natur: Dazu zählen die ungenügende oder schlechte Zusammenarbeit mit Führungskräften oder den Kollegen. Immerhin jeder Zehnte sieht sich häufig mit einer unzureichenden Qualität der Zusammenarbeit konfrontiert. Und schließlich sind Qualifikationsprobleme ein hemmender Faktor für die Arbeitsfähigkeit. Immerhin 15 Prozent fühlen sich regelmäßig überfordert.

*) An den Befragungen haben sich 3.888 Frauen und 3.084 Männer in österreichischen Betrieben beteiligt.

Was die Arbeitsfähigkeit am meisten stärkt?
Die Life-Domain-Balance muss stimmen, gefolgt von der Selbstwirksamkeit!
„Maßnahmen zur Förderung der Life Domain Balance (alter Begriff: Work-Life-Balance) sind eine Investition, die sich für alle lohnt – für die Beschäftigten, die Betriebe und die Volkswirtschaft“, fasst BGF-Experte Heigl zusammen. Das zeigt auch die Befragung von rund 7.000 Beschäftigten in Österreich ganz deutlich:
Eine ausgeglichene Life-Domain-Balance steht an erster Stelle für Faktoren, die Arbeitsfähigkeit stärken. 17,7 Prozent der Befragten sind damit zufrieden und empfinden diese als förderlich für ihre persönliche Arbeitsfähigkeit.
Bereits an zweiter Stelle folgt die Selbstwirksamkeit: Wenn eine Person zuversichtlich ist, die an sie gestellten Anforderungen in der Arbeit meistern zu können, wird das als steigernder Faktor für die Arbeitsfähigkeit erlebt. Mehr als die Hälfte der Befragten ist sich ihrer Sache sicher und sieht sich selten starker Überforderung ausgesetzt.
Anerkennung und Gratifikation sind die drittstärksten gesundheits- und arbeitsförderlichen Faktoren. Immerhin 30 Prozent der Befragten fühlen sich stets ausreichend wertgeschätzt, was sich wiederum in der Arbeitsfähigkeit widerspiegelt.
Auf dem vierten Platz liegt eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur. Knapp ein Viertel erlebt diese im Unternehmen als positiv. Und schließlich wird das Wirken und Management der Führungskraft als wichtig und positiv für die Arbeitsfähigkeit bewertet: Die Befragten stellen ihren Führungskräften ein gutes Zeugnis aus. 52,3 Prozent fühlen sich von ihrer Führungskraft gut unterstützt und angeleitet.
     
 

Rückfragen & Kontakt
communication matters,  Mag.a Eveline Bottesch
Kollmann & Partner Public Relations GmbH
T: +43/1/503 23 03 – 26; E: bottesch@comma.at

Über BGF
Das Netzwerk BGF ist ein Zusammenschluss der Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, der gesetzlichen Unfallversicherung, des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, der Sozialpartner und des Fonds Gesundes Österreich als unterstützender Partner.
Die Regional- und Servicestellen in den Bundesländern bieten interessierten Unternehmen konkrete Unterstützung und Beratungsleistungen im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung an. Die Mitarbeit der vier Sozialpartner unterstreicht den Nutzen Betrieblicher Gesundheitsförderung für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen und erleichtert somit den Transfer des Gesundheitsförderungsgedankens in die Arbeitswelt.
www.netzwerk-bgf.at